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Das Monster

  • fiona
  • 2. Jan. 2022
  • 1 Min. Lesezeit

Dein Kopf ist voll, aber doch so leer.

Du bist traurig. Leider nicht melancholisch.

Die Melancholie ist schön.

Sie beinhaltet keine Selbstvorwürfe, kein Selbstmitleid, keine Ausweglosigkeit.

Melancholie trägt dich behutsam durch den Sturm.

Umarmt dich sanft.


Anders als die Depression.

Wie ein Sack Zement liegt sie auf dir.

Erdrückt dich und trägt das tiefste Schwarz das du dir vorstellen kannst.

Es ist ein Kampf gegen Windmühlen.

Du bist paralysiert.

Du möchtest am Leben teilnehmen.

Doch der Sack Zement wiegt zu schwer.

Du hast das Gefühl zu ersticken.

Dein Herz tut weh.

Dein Magen krampft sich zusammen.


Du hasst dich selbst dafür, dass du genau weißt, was gerade passiert,

doch machtlos gegen all das bist.

Wo du doch so eine Kriegerin bist.

Aber die Depression zwingt dich in die Knie!

Du weinst.

Schreist.

Brüllst deine Verzweiflung heraus.

Bist hilflos.

Musst aushalten.

Abwarten.


Du weißt, der Schmerz wird vergehen.

Doch nicht zu wissen wann bringt dich um den Verstand!

Du kannst die Hilflosigkeit deiner lieben spüren.

Und die vergiftete Zunge der Depression macht dir weiß,

dass du eine Belastung bist.

Ein Parasit.

Ein Nichtsnutz.


Du drückst dir deine Hände auf deine Ohren.

Spürst die heißen Tränen, die auf deinen, von der Kälte trockenen, Wangen brennen.

Doch du stehst.

Atmest.

Fühlst.

Lebst.

Du lässt dich nicht in die Knie zwingen.

Ein letztes, starkes aufbäumen von dir.

Ein markerschütternder Schrei, der deine Lunge verlässt!

Und du merkst, wie sich einzelne Glieder der Ketten, die dich festhalten,

zu lösen beginnen.


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