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Weil Verständnis Sicherheit schafft.

  • fiona
  • 5. März 2021
  • 2 Min. Lesezeit

Heute hatte ich mein Mitarbeitergespräch und es verlief wirklich großartig.

Meine Abteilungsleitung war unglaublich verständnisvoll und interessiert was das Thema ADHS angeht. Dieses Gespräch heute hat mir viel von meinen Sorgen und Ängsten genommen.


Ich erzählte ihr, dass ich mich momentan komplett neu entdecken würde und sich jetzt langsam herauskristallisiere, was mir läge und woran ich Freude hätte. Dass ich dabei wäre wieder mehr Selbstbewusstsein aufzubauen und wie schwierig das letzte Jahr für mich gewesen ist, da so vieles auf mich einprasselte und ich schlichtweg überfordert gewesen bin. Wir sprachen darüber, wie stark mich mein ADHS auf der Arbeit doch beeinflusste und ich mir zum größten Teil auch selbst im Wege stand und immer noch stehe. Doch, dass sich jetzt alles langsam einpendle und ich wieder Fuß fasse. Unter anderem auch durch das Methylphenidat.

Ich lerne Aufgaben besser zu priorisieren, ich lerne „Nein“ zu sagen und zu delegieren. Ich lerne, dass es okay ist sich auch einmal eine Pause zu gönnen und man nicht alle Aufgaben auf einmal schaffen muss und dass das tatsächlich auch niemand von mir erwartet.


So offen und klar habe ich bis jetzt mit noch niemandem über meine ADHS Diagnose, und wie sich diese, und das ADHS, auf mein Leben auswirken, gesprochen. Noch nicht einmal mit meiner Familie.


Ich habe mich komplett ernst genommen gefühlt. Es wird Rücksicht auf mich genommen und mir viel Verständnis entgegengebracht. Was mir auf der einen Seite aber auch sehr unangenehm ist, denn ich möchte keine Extrawurst. In mir ist halt immer noch dieses kleine, wütende Stimmchen, welches nicht akzeptieren möchte, dass ich nicht so viel Leistung bringen kann bzw. mir dieses sehr viel schwerer fällt als es bei Menschen ohne ADHS der Fall ist.


Ich habe einfach absolut nicht mit diesem entgegengebrachten Verständnis gerechnet. Meine bisherigen Erfahrungen in der Arbeitswelt, die das Thema psychische Krankheiten und psychische Gesundheit betreffen, waren leider nicht gerade rosig. Bestimmt lag das auch ein Stück weit an mir. Denn damals bin ich einfach noch nicht in der Lage gewesen so offen und klar auszudrücken, was genau da in mir vorgeht. Mittlerweile bin ich mutiger und kenne mich besser.


Der heutige Tag hat mir mal wieder gezeigt, dass es sich auszahlt mutig zu sein.

Meine Fachbereichsleitung und auch meine Teamleitung sehen reichlich Potenzial in mir und vor allem die Fachbereichsleitung möchte dieses fördern und mir eine Arbeitsatmosphäre schaffen, in der ich mich wohlfühle. Um das zu erreichen setzen wir uns in gut 4 Wochen im 3er Gespann (Fachbereichsleitung, meine Teamleitung und ich) zusammen. In diesem Treffen geht es darum den beiden mittzuteilen, wo ich mich momentan sehe. Wo ich meine Stärken sehe, und meine Grenzen ziehe, um Aufgaben und/oder Projekte für mich zu finden in denen ich aufgehen kann.


Das ist Gold wert. Und bedeutet mir sehr viel.

Vielen Dank!

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